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SPORT - RADRENNEN
22.08.2011 - 20:58 Uhr

Bericht von Kurt U. Heldmann

Evald Boasson Hagen jubelt über seinen ersten Sieg in Hamburg (Foto: Kurt U. Heldmann)

Edvald Boasson Hagen gewinnt Cyclassics im Sprint

Radrennen Vattenfall Cyclassics 2011

Hamburg (OPEN REPORT-kh). Der zweifache Etappensieger der diesjährigen Tour de France, Edvald Boasson Hagen (NOR, Sky Procycling) gewann am Sonntag auf der Hamburger Mönckebergstraße nach 216,5 km die 16. Vattenfall Cyclassics. Er distanzierte Gerald Ciolek (Quickstep Cycling Team) und Borut Bozic (SLO, Vacansoleil-DCM pro Cycling) um Zentimeter.

Lange Zeit wurde das Rennen, das zur höchsten Kategorie UCI World Tour zählt und bei dem alle 18 Pro-Tour Teams und drei Teams der zweiten Kategorie am Start waren, durch eine kleine Ausreißergruppe bestimmt. Diese war rund zwei Drittel der Renndistanz vorne, bevor sie nach und nach abbröckelte. Thomas de Gent (BEL; VCD), Pavel Brutt (RUS; KAT), Lars Ytting Bak (DEN; THR) und Jan Barta (CZE; APP) holten sich die drei Punktwertungen. Auch die Punkte der Bergwertungen gingen an Brutt, Bak und De Gent; lediglich Fabian Wegmann konnte sich beim letzten Anstieg am legendären Waseberg einen Punkt sichern. Erst nach der dritten Bergwertungen wurden die letzten der Ausreißer vom Feld geschluckt. Wer nun mit dem in Hamburg so häufigen Massensprint gerechnet hatte, sah sich allerdings getäuscht.

Dank einer taktischen Meisterleistung des Teams Sky setzte sich erneut eine Gruppe aus rund 30 Fahrern nach vorne ab. Wer, wie der amtierende Straßenweltmeister Thor Husvhod (NOR) oder der deutsche Mitfavorit Andre Greipel (Omega Pharma Lotto) diesen Zug verpasste, hatte keine Chance mehr um den Sieg mitzufahren. Auf den letzten zwei Kilometern gab es einen erneuten Versuch eines Fahrers, sich abzusetzen, doch das Team um Boasson Hagen passte auf und stellte den Ausreißer 500 m vor der Ziellinie. Im nun folgenden Sprint holte der Norweger auch dank der Unterstützung seiner Mannschaft seinen ersten Sieg bei den Cyclassics. Den Sprint des Feldes, das 4:49 Minuten Rückstand hatte, gewann der Brite Geraint Thomas vom Siegerteam Sky vor Lamprefahrer Daniele Pietropolli (ITA) und Maxime Vantomme (BEL; Katusha).

Neben dem Profirennen, das zwar erstklassig besetzt war, bei dem aber wegen der an diesem Wochenende beginnenden Vuelta einige bekannte Namen wie der Vorjahressieger Tyler Ferrar oder Lokalmatador und Publikumsliebling Jens Voigt fehlten, gab es eine Reihe von Breitensport- und Nachwuchsrennen. Mehr als 19000 Radsportler zeigten ebenso wie 750000 Zuschauer an der Strecke, dass der oft todgeschriebene Radsport in Deutschland eine Zukunft hat.

Von Kurt U. Heldmann

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