| WIRTSCHAFT - PROBLEME |
| 31.10.2011 - 08:08 Uhr |
![]() | |
Lufthansa und Air Berlin im Sinkflug? | |
| Diskrepanz zwischen Reden und Tun | |
Berlin (OPEN REPORT-tit). Im 3. Quartal 2011 betrug zwar der Umsatz von Air Berlin PLC 1,376 Milliarden Euro, was einem Plus von 10,8 % entspricht. Der operative Gewinn brach jedoch ein und fiel von 171,7 Millionen Euro auf noch 96,8 Millionen Euro. Jetzt soll durch eine neue Anleihe weiteres Kapital beschafft werden. Nicht nur Air Berlin hat Probleme. Auch Lufthansa laufen Passagiere davon. Der Konzern hat ist in der Region Rhein-Main negativ aufgefallen. Der Gewinn schrumpfte unterm Strich um mehr als 20 Prozent. «Eene meene miste, wir pfeifen auf die Piste! Eene meene meck, der Krach muß weg!» Rheinhessens Richtschnur heißt «Leben und leben lassen». Deshalb gelten die Menschen rund um den Mainzer Dom als gegenüber jedermann aufgeschlossen, friedliebend und gesellig, solange man sie nicht reizt. Selbst beim so ernsthaften Anliegen einer Protestdemonstration kann in Mainz eine ausgelassene Stimmung aufkommen, so wie sie etwa der «etwas andere Fußballverein Mainz 05» in seiner Coface Arena kultiviert. Man kann jeder Jahreszeit einen fröhlichen Umzug, mit bunten Kostümen und literarisch-kritischen Sprüchen erleben, was an (Kölner!) Karneval bzw. (Mainzer!) Fassenacht erinnert. Was passieren kann, wenn man dennoch allen Warnungen zum Trotz lebensfrohe Rheinhessen provoziert, bekam im Sommer nicht nur Ministerpräsident Kurt Beck (SPD), sondern nun auch der «VEB Fraport», die börsennotierte Betreibergesellschaft des Flughafens Frankfurt zu spüren. Der sicht- und hörbare Protest gegen die Fluglärm-Schleudern Fraport und Lufthansa brachte am Wochenende etwa 20.000 Menschen zwischen Mainz nach Wiesbaden auf die Straßen. Selbst Klaus Hafner, legendärer Stadionsprecher beim Fußball-Bundesligisten 1. FSV Mainz 05 ließ sich nicht bremsen und erschien «umständehalber mit Gehilfe». Das von Fraport und Politikern zynisch als Erfolgstory gefeierte Wuchern des Frankfurter Flughafens stößt seit dem Ende der siebziger Jahre auf Protest und Widerstand. Es ist ein Streit zwischen rücksichtsloser Zerstörung von Umwelt, Klima und Gesundheit zu Gunsten der Steigerungsraten und der Profitmaximierung- einerseits und den betroffenen Menschen der Region, die sich gegen die Zerstörung der Natur und gegen die Gefährdung ihrer Gesundheit zur Wehr setzen. Mittlerweile reicht der Radius von Protest und Widerstand über Mainz, Nierstein und Ingelheim in Rheinhessen hinaus bis ins eine Autostunde vom Frankfurter Flughafen entfernte Bad Kreuznach an der Nahe. Fluchhafen Frankfurt Viele Menschen schimpfen auf den «Fluchhafen Frankfurt». Sie empfinden Fluglärm schon am Tag und erst recht zur Nacht als unnötigen Terror. Dieser ist nachweislich vermeidbar und überflüssig. Den Beweis dafür lieferte ausgerechnet der Airbus A319 mit Bundeskanzlerin Angela Merkel an Bord, mit dem die neue Landebahn des Frankfurter Flughafens am vergangenen Freitag in Betrieb genommen wurde. Für diesen wurde ein offenkundig ohrenschonendes Landeverfahren auserwählt, weshalb nur ein undeutliches Summen über Flörsheim anzeigte, daß der Airbus A319 der Flugbereitschaft überhaupt in Richtung Landebahn einschwebte. Gekonnt wurde das Fluglärm-Problem von einer Kindergruppe erst im Protestzug und später zum Gaudi des Publikums auf der Hauptbühne in Kastell skandiert: «Eene meene miste, wir pfeifen auf die Piste! Eene meene meck, der Krach muß weg!» Auch Dr. med. Michael Wilk vom Bündnis der Bürgerinitiativen gegen die Flughafenerweiterung bringt es auf den Punkt: «Bei uns wächst die Wut mit jedem Flugzeug, das über unsere Köpfe dröhnt. Uns und unseren Kindern wird der Schlaf geraubt, die Zerstörung von Natur und Umwelt wird von den Verantwortlichen - ich korrigiere - Unverantwortlichen in Kauf genommen, damit die Bilanzen von Fraport und Lufthansa schwarze Zahlen schreiben. Und nur darum geht es ihnen: Um Geld und noch mehr Geld. Flughafenbetreiber und Luftfahrtunternehmen handeln augenscheinlich nach der Devise: Warum sollen uns die Menschen der Region kümmern? Hauptsache die Kasse stimmt.» Diskrepanz zwischen Reden und Tun Während Bündnis 90/Die Grünen in Gau-Algesheim (Landkreis Mainz-Bingen) öffentlichkeitswirksam zur Demo in Mainz aufriefen, dann aber weder Fraktionssprecherprecher, noch Fraktionsvorsitzender, auch kein Beigeordneter oder Bürgermeister auf der Demo gesichtet wurden, führte Ute Granold nicht ohne Stolz als Bürgermeisterin die mit rd. 250 Teilnehmern größte organisierte Einzelgruppe aus ihrer Ortsgemeinde Klein-Winternheim in den Protestzug hinein. Von Tina Ernst | |
| News-ID: 142988 | 664 Aufrufe | |
| Der Inhalt namentlich oder durch Kürzel gezeichneter Beiträge gibt die Meinung des Verfassers wider, nicht die der Redaktion. |
| LESEN SIE AUCH: | |
| 30.12 2011 | Zahl der Fluggäste steigt deutlich | |
| 30.03 2011 | So sehen echte CDU-Sieger aus! | |
| 27.04 2012 | Lufthansa prüft Konzept für neue Billig-Fluglinie | |
| 26.04 2012 | Lufthansa will weltweit angeblich 3.000 Stellen streic.. | |
| 23.04 2010 | Immer mehr Todesfälle durch Alkohol in Deutschland | |
| 22.11 2010 | Aktivisten kündigen Massenproteste gegen Castortranspo.. | |
| 20.03 2012 | Air Berlin feiert Beitritt zur globalen Allianz Onewor.. | |
| 20.03 2012 | Air-Berlin-Passagiere können global durchchecken | |
| 17.02 2011 | Zuversichtliche Umweltaktivisten | |
| 17.02 2012 | Zahl der Flugpassagiere um fast sechs Prozent gestiegen |
Tags: Air Berlin Probleme Lufthansa negativ Passagiere Prozent Wirtschaft Bericht Probleme Gegner |

vorherige Seite