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VERMISCHTES - FEATURE
22.02.2012 - 10:18 Uhr
Ein Euro fuer nichts als Luft (dapd) - Foto: dapd/Lukas Barth

Luftholen wird für Autofahrer teuer

Erste Sprit-Kette führt flächendeckend Gebühr für Reifenluftdruck ein

Schneeberg (dapd). "Haste mal nen Euro für die Luft?" - diese Frage stellen sich immer mehr Autofahrer vorrangig an ostdeutschen Tankstellen. Denn nachdem astronomische Preise für den Sprit die Gemüter seit Monaten erhitzen, hat die Kette "GULF" nun auch die Luft als Einnahmequelle entdeckt. An ihren rund 60 Tankstellen vor allem in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen stellt der Konzern derzeit Luftdruckautomaten auf. Fünf Minuten Reifenluft kosten einen Euro.

"GULF" ist die erste Kette, die flächendeckend ihre Tankstellen mit den Automaten ausrüstet. Die Luftnummer ausbaden müssen vor allem die Tankstellenpächter. Denn die trifft nach der Spritwut nun auch die Luftwut der Autofahrer. "Unsere Kunden sind richtig sauer und beschweren sich teilweise sehr lautstark", sagt etwa eine Pächterin aus dem Vogtland. Vor allem Stammkunden reagierten erbost, weil sie sich "von uns abgezockt" fühlen, sagt die Frau.

Neu ist die Masche indes nicht. Nach Angaben des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC) gab es im vergangenen Jahr an rund 200 der insgesamt 15.000 Tankstellen in Deutschland Reifenluft nur noch gegen Bares - mit zunehmender Tendenz. Die Einführung der Automaten sieht der Automobilclub sehr skeptisch. Sollte sich die Luftdruckgebühr durchsetzen, könnte das zu einem echten Sicherheitsrisiko werden, sagt Falk Forhoff, Sprecher des ADAC Sachsen. "Der Reifendruck muss regelmäßig kontrolliert werden. Wenn das zukünftig Geld kostet, werden sich das viele Fahrer sparen", sagt Forhoff.

Pkw-Besitzern rät der ADAC, die neue Einnahmequelle der Mineralöl-Konzerne schlichtweg zu ignorieren. "Noch gibt es ja genügend Tankstellen, an denen die Luft kostenlos ist", sagt Forhoff. Offenbar sehen das auch viele Autofahrer so. "Seit der Automat dort steht, habe ich noch niemanden seine Reifen aufpumpen sehen", sagt Julia Aniol, Bedienung in einem Bistro neben einer GULF-Tankstelle in Schneeberg im Erzgebirge. Zugleich scheint sich auch das Interesse der Kundschaft am eigentlichen Produkt - dem Sprit - in Luft verflüchtigt zu haben. "Und zum Tanken kommen auch nur noch sehr wenige", sagt Aniol.

Der amerikanische Konzern Gulf, der seine Geschäfte in Deutschland von Eisleben in Sachsen-Anhalt aus betreibt, wollte sich zu dem Thema auf Nachfrage nicht äußern.

dapd

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Tags: Vermischtes Meldung Feature Autofahren Luftdruckgebühr FEA Schneeberg

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