Open Report MOBIL
Rubriken / Ressorts Volltext-Suche Impressum
VERMISCHTES - MEDIEN
22.02.2012 - 10:22 Uhr
Katharina Boehm (dapd) - Foto: dapd/Astrid Schmidhuber

Mit weiblichem Charme auf Verbrecherjagd

Katharina Böhm spielt eine Kommissarin mit tragischer Vergangenheit

Berlin (dapd). Von "Der Alte" über "Ein Fall für Zwei" bis "Der Kriminalist", die Freitagskrimis sind eine feste Institution im ZDF. Doch eines gab es bisher noch nicht: eine weibliche Chefermittlerin. Wenn der öffentlich-rechtliche Sender am Freitag (24. Februar) um 20.15 Uhr "Die Chefin" ins Rennen schickt, betritt er somit absolutes Neuland. Katharina Böhm spielt in der vorerst vierteiligen Reihe die Münchener Hauptkommissarin Vera Lanz. Die resolute Frau muss nicht nur pro Folge einen kniffeligen Fall lösen, sie will zugleich den mysteriösen Tod ihres Ehemannes aufklären.

Diese Form der Metaebene ist Fernsehzuschauern aus amerikanischen Krimiserien hinlänglich bekannt. Im US-Fernsehen dauert es bis zur endgültigen Auflösung des übergeordneten Falles allerdings häufig mehr als 20 Episoden oder sogar mehrere Staffeln. "Die Chefin" benötigt dazu bloß vier Wochen.

Trotzdem findet Hauptkommissarin Lanz noch genügend Zeit, sich um andere kriminelle Angelegenheiten zu kümmern. In der ersten Episode "Enthüllung" sorgt beispielsweise der vermeintliche Selbstmord einer jungen Journalistikstudentin für Aufsehen. Kim Landauer, die 24-jährige Tochter eines prominenten Gastwirtes, hat sich nach einem heftigen Streit mit ihrem Freund vom Balkon gestürzt. Oder wurde sie von jemandem heruntergestoßen? Lanz hat starke Zweifel an der Selbstmordtheorie. Gemeinsam mit ihrem neuen Assistenten Jan Trompeter nimmt sie daher den Freund der Verstorbenen ein wenig genauer unter die Lupe. Dabei stellt sich heraus, dass der junge Mann der Sohn eines hochrangigen Politikers ist, der die Ermittlungen nicht gerade wohlwollend unterstützt.

"Die Chefin" entpuppt sich zunächst als typischer ZDF-Freitagskrimi. Die einfach gestrickte Handlung spielt sich nahezu ausschließlich in der Oberschicht ab. Der Zuschauer hat zudem das Gefühl, den Ermittlern stets einen Schritt voraus zu sein. Allzu große Mühe, den Tathergang und den wahren Täter zu verschleiern, gibt sich dieser Krimi jedenfalls nicht.

Wesentlich spannender ist da schon der Blick auf die neue Kommissarin. Vera Lanz wird als energische Person eingeführt, die sich nicht so schnell hinter ihre Fassade blicken lässt. Im ersten Moment wirkt sie regelrecht stur, arrogant und kühl. Ihren neuen Assistenten behandelt sie eingangs wie Luft. Als sich Trompeter bei ihr vorstellt, redet sie kein einziges Wort mit ihm. Dieses Verhalten macht sie nicht gerade sympathisch.

Erst nach und nach erschließt sich, dass Lanz eine Polizistin ist, die sich durchbeißen musste und die eine tragische Vergangenheit mit sich herumschleppt. Ihr Ehemann, der ebenfalls im Polizeidienst war, wurde vor ein paar Jahren von Kollegen erschossen. Die genauen Umstände und Hintergründe der Tat liegen weitgehend im Dunkeln. Angeblich soll der Tote für die Mafia gearbeitet haben.

Dieser persönliche Hintergrund hat Lanz hart werden lassen. Beruflich lässt sie daher niemanden an sich heran. Privat ist das vollkommen anders. Rührend sorgt sie sich um ihre pubertierende Tochter. Bereitwillig stürzt sie sich in eine Affäre mit einem verheirateten Familienvater. Lanz ist eine Ermittlerin mit Ecken und Kanten. "Mir war wichtig, dass Vera Brüche hat. Also dass das Geheimnis, das sie hat, sehr lange offenbleibt, dass sie immer ein bisschen zweigleisig durch die Geschichte läuft", sagt Hauptdarstellerin Katharina Böhm über ihren interessanten, weil widersprüchlichen Part.

Der übergeordnete Fall nimmt in der ersten Episode derweil nur eine untergeordnete Rolle ein. Neben dem Bildschirm sieht das ganz anders aus. Im Internet kann der Zuschauer unter www.diechefin.zdf.de den geheimen Ermittlerraum der Kommissarin virtuell betreten und in dem Fall seine eigenen Schlüsse ziehen. Zur Belohnung gibt es exklusive Zusatzinformationen und Videos.

Das ist ein modernes Konzept. Trotzdem wird die eigene Krimivergangenheit vom ZDF nicht aus den Augen gelassen. Die Pappfigur, die im Kommissariat zunächst unscheinbar im Hintergrund steht und später von Jan Trompeter offen herumgetragen wird, zeigt einen alten Sendeplatz-Bekannten: Stefan Derrick.

dapd

News-ID: 160890 | 75 Aufrufe
Der Inhalt namentlich oder durch Kürzel gezeichneter Beiträge gibt die Meinung des Verfassers wider, nicht die der Redaktion.
LESEN SIE AUCH:
30.04 2012 | Neumann will keine Gebühren für neue digitale Spartens..
26.04 2012 | Kahn, Welke und Breyer moderieren die Champions League..
25.04 2012 | Hot Water Music stellen neues Album bei ZDFneo vor
25.04 2012 | Firma zur Umsetzung von umstrittenen Videoportal gegrü..
21.05 2012 | Ministerium: Keine Stellungnahme Röttgens geplant
21.05 2012 | Empörungswelle über Sarrazins Euro-Thesen rollt
21.05 2012 | Merkel bleibt trotz Hollande-Vorstoß bei Nein zu Euro-..
21.05 2012 | Theatertreffen in Berlin lockt rund 20.000 Besucher
21.05 2012 | FDP strikt gegen Euro-Bonds
21.05 2012 | Gysi stellt sich im Linke-Führungsstreit hinter Bartsch

Tags: Vermischtes Meldung Medien Fernsehen ZDF Die Chefin FEA Berlin

vorheriger nächster