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KULTUR - KULTUR
06.02.2012 - 16:42 Uhr
"Ziemlich beste Freunde" erfolgreichster franzoesischer Film-Export - Foto: ddp images / dapd/dapd

Nach mehr als einem halben Jahrhundert wieder zurück in Berlin

44 verschollene Sammlungsstücke zu spätantiker-byzantinischer Alltagskultur in Leipzig entdeckt

Berlin (dapd). Nach fast 57 Jahren sind 44 verschollen geglaubte Sammlungsstücke in das Museum für Byzantinische Kunst im Berliner Bode-Museum zurückgekehrt. Die Objekte spätantiker-byzantinischer Alltagskultur waren 1945 als Kriegsbeute in die frühere Sowjetunion transportiert worden. Im Ägyptischen Museum der Universität Leipzig seien sie nun als Eigentum der Staatlichen Museen zu Berlin identifiziert worden, sagte der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, am Montag in Berlin. Er sprach von einem "großen Glück für das Museum".

Den Angaben zufolge verfügte die Sammlung bis 1945 über 5.500 inventarisierte und bis zu 1.000 nicht gelistete Objekte. Sie waren während des Krieges entweder in den Museumsräumen verblieben oder in den Flakbunker in Friedrichshain oder das Salzbergwerk Merkers in Thüringen ausgelagert worden. 1945 war die Hälfte des Bestands des Museums in die Sowjetunion gebracht worden.

Bereits in den 50er Jahren kam laut Parzinger fast jedes zweite verschollene Ausstellungsstück zurück auf die Museumsinsel, darunter wertvolle Kulturgüter aus Ägypten und dem Weströmischen Reich. Bei einem Rücktransport 1958 kam es allerdings zu einem verhängnisvollen Fehler. Einige der aus dem 4. bis ins frühe 7. Jahrhundert stammenden Alltagsgegenstände waren in mehrere Kisten gepackt worden, die jedoch zum größeren Teil Sammlungsstücke aus Leipzig enthielten, wie der Stiftungspräsident berichtet. Die Berliner Stücke seien zudem nicht in den Begleitlisten dokumentiert gewesen und konnten deswegen nicht zugeordnet werden. Recherchen des Leipziger Museums führten nun nach Berlin.

Weitere Anfragen bei Sammlungen in Ostdeutschland

"Damit haben wir überhaupt nicht gerechnet", sagte die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums, Gabriele Mietke. Sie sei davon ausgegangen, dass die bislang vermissten Stücke entweder noch in Russland sind oder bei einem Brand in dem Flakbunker vernichtet wurden. Als Konsequenz aus dem neuerlichen Fund ehemaliger Sammlungsstücke ist eine Anfrage bei allen archäologischen Sammlungen in den neuen Bundesländern gestartet worden. Parallel dazu wird ein Katalog mit den noch verschollenen Stücken erstellt, der derzeit Mietke zufolge 1.600 Positionen aufweist.

Nach den Worten Parzingers kann das Museum für Byzantinische Kunst seine Forschungen zur Alltagskultur Ägyptens fortsetzen. "Erstes Ziel muss es sein, dass Kulturgüter der internationalen Forschung zur Verfügung gestellt werden", betonte er mit Blick auf weitere Stücke der Berliner Sammlung, die sich noch in Russland befinden. In den vergangenen Jahren waren den Angaben zufolge mehrfach Stücke in Ausstellungen in Moskau entdeckt worden.

Die nun nach Berlin zurückgekehrten Objekte, überwiegend Ton und Stein, sind bis zum 25. März in einer Ausstellung im Bode-Museum zu sehen. Von besonderem Wert sind laut Mietke vier spätantike Öllampen aus Nordafrika. Mehrere Ausstellungsstücke wie Gefäße und Statuetten stammen aus einer Ausgrabung in Abu Mina bei Alexandria.

dapd

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Tags: Kultur Meldung Restitution Bode-Museum ZUS Berlin

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