| VERMISCHTES |
| 29.01.2012 - 20:40 Uhr |
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Opfern des Zugunglücks von Hordorf mit Gottesdienst gedacht | |
| Ministerpräsident hält Fürbitte | |
Halberstadt (dapd). Mehr als 300 Menschen gedachten am Sonntag in einem ökumenischen Gottesdienst im Dom zu Halberstadt der Opfer des Zugunglücks von Hordorf. Unter ihnen waren Angehörige, Einsatzkräfte und Politiker. Vor genau einem Jahr, am 29. Januar 2011, waren beim Zusammenstoß zweier Züge auf einer eingleisigen Strecke bei Hordorf, neun Fahrgäste und ein Lokführer ums Leben gekommen. Zahlreiche Menschen waren verletzt worden. Dechant Winfried Runge sagte in seiner Predigt, dass der Verlust eines geliebten Menschen das Schwerste sei, was einem im Leben zugemutet werden könne. Die Frage nach dem "Warum" bleibe gerade bei einem solchen Unglück lange bestehen. Viele seelische Wunden seien bis heute nicht geheilt. Der Unfall sei durch Schwachstellen in technischen Systemen und durch menschliches Versagen verursacht worden. Auch einen der beiden Lokführer treffe vermutlich Schuld. Es habe sich nicht um "absichtliches Tun" gehandelt. Vielleicht trafen damals Routine, Unachtsamkeit und Müdigkeit zusammen, sagte Runge. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) erinnerte in seiner Fürbitte an den Lokführer, der sein Leben gab, um andere zu retten. Sein mutiges Handeln habe viele Menschen vor dem Tod bewahrt. Er dankte den Helfern und Einsatzkräften der ersten Stunden für ihr Engagement. Ihnen sei zu wünschen, dass sie die Eindrücke dieser Nacht vergessen könnten. Während des Gottesdienstes brannten vor dem Altar in einem Holzkreuz zehn Kerzen - eine für jedes Todesopfer. Gelbe Rosen wurden für jeden Einzelnen niedergelegt. In der nahegelegenen Liebfrauenkirche besuchten zahlreiche Gottesdienstteilnehmer außerdem eine Ausstellung mit Arbeiten des Malers Karl Anton. Er hatte kurz nach dem Unglück zehn Bilder zur Erinnerung an die Opfer geschaffen. Vor den Kunstwerken zum Thema "Seelenwesen" wurden Kerzen angezündet. Am 29. Januar 2011 war auf eingleisiger Strecke ein mit Kalk beladener Güterzug frontal mit einem Personenzug zusammengestoßen. Gegen den aus Niedersachsen stammenden Lokführer des Güterzuges wurde inzwischen Anklage erhoben. Dem 41-Jährigen werden fahrlässige Tötung in 10 Fällen sowie Körperverletzung in 22 Fällen sowie eine fahrlässige Gefährdung des Bahnverkehrs vorgeworfen. Er soll Signale ignoriert haben, die auf Halt zeigten. dapd | |
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