| KULTUR - KULTUR |
| 23.11.2010 - 16:22 Uhr |
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Picassos Künstlerbücher im Münchner Museum Brandhorst | |
| Erste Sonderausstellung seit Eröffnung des Hauses | |
München (dapd). Als sie Picassos Künstlerbücher aus der Sammlung Brandhorst erstmals im Frühjahr gesichtet habe, sei das "wie Weihnachten" gewesen, schwärmt Kuratorin Nina Schleif. Beim Aufschlagen der Werke hätten sich ihr und ihrem Team immer wieder neue Überraschungen geboten. Diese Überraschungen sind ab Donnerstag im Untergeschoss des Münchner Museum Brandhorst zu bewundern. Eineinhalb Jahre nach der Eröffnung präsentiert das Haus mit der Schau "Picasso Künstlerbücher" seine erste Sonderausstellung. Gezeigt wird bis 6. März ein umfangreicher Bestand an den Künstlerbüchern Picassos. Die Organisatoren kündigen am Dienstag bei der Vorstellung der Ausstellung "eine aufwendige Präsentation" der bedeutendsten Künstlerbücher an, die Picasso zwischen 1905 und 1973 gestaltete. Im Mittelpunkt stünden Picassos "Experimentierfreude mit den Techniken und Ausdrucksmöglichkeiten des Mediums" und seine enge Zusammenarbeit mit Schriftstellern und Verlegern. Die Werke wurden nach Angaben des Generaldirektors der bayerischen Staatsgemäldesammlungen München, Klaus Schrenk, von den Sammlern Udo und Anette Brandhorst seit den 1970er Jahren zusammengetragen. In der Sammlung sind Schrenk zufolge gut zwei Drittel der mehr als 150 im Werkverzeichnis genannten Künstlerbücher Picassos zu finden, was sie zu einer der "größten und besten überhaupt" mache. "Ein kongeniales Experiment" sei den Machern der Ausstellung gelungen, betont der Generaldirektor. Schließlich sei das Künstlerbuch kein ganz einfach zu präsentierendes Medium. Die in sechs unterschiedlich gestalteten Räumen gezeigte Ausstellung ist als Rundgang konzipiert. Zu sehen sind Picassos Grafiken im Kontext der Bücher, in denen sie publiziert wurden. Präsentiert werden etwa 85 Künstlerbücher Picassos, unter anderem in einer Art kleinen Arena seine Stierkampf-Illustrationen für die Stierkampfanleitung "Tauromaquia". Die Bücher sind nicht das erste Mal öffentlich zu sehen. Bereits in den Jahren 1995 und 1996 wurden Auszüge aus den Werken in Basel und Bonn ausgestellt, einige Jahre später dann auch im Münchner Haus der Kunst. Damals allerdings wurden sie "sehr einfach präsentiert", wie der Direktor der Sammlung Brandhorst, Armin Zweite, betont. Durch die jetzige Ausstellungsarchitekur sei eine "wunderbare" Bücherschau gelungen. Durch die Konzeption der Vitrinen und Schaukästen könnten die Besucher quasi "mit der Nase bis an die Buchseiten herankommen", berichtet Kuratorin Schleif. Nur anfassen und umblättern dürften sie die Bücher selbstverständlich nicht. Ab April 2011 wird die Ausstellung "Picasso Künstlerbücher" im Kupferstich-Kabinett Dresden gezeigt. Das Museum Brandhorst war am 18. Mai 2009 eröffnet worden. Das Haus zeigt Gemälde, Skulpturen und Zeichnungen aus der rund 700 Werke des 20. und 21. Jahrhunderts umfassenden Sammlung Udo Brandhorsts. Zu den bedeutendsten Künstlern der Sammlung zählen die US-Amerikaner Cy Twombly und Andy Warhol sowie die Deutschen Georg Baselitz und Joseph Beuys. dapd | |
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