| VERMISCHTES - VERMISCHTES |
| 25.01.2012 - 09:18 Uhr |
![]() | |
Verschrobener Vierbeiner für die Bühne gesucht | |
| Für das Theaterstück "Man tut was man kann" wurde ein Hund gecastet | |
Berlin (dapd-bln). Sunny ist der Streber an diesem Nachmittag. Auf Kommando rollt der schlanke Schäferhund-Labrador-Mix schwungvoll über den Boden, bellt aus voller Kehle und gibt versöhnlich Pfötchen. Bei all dem ist der Rüde auch noch allzeit gut gelaunt, wie der wedelnde Schwanz verrät. "Super, den haben Sie ja richtig gut erzogen", begeistert sich Schauspieler Dieter Hallervorden und zaubert damit Sunnys stolzen Frauchen ein schier grenzenloses Strahlen auf das Gesicht. Sunny ist einer von 19 Hunden, die am Dienstag im Schlosspark Theater in Steglitz vorstellig werden dürfen. Für das Theaterstück "Man tut was man kann" sucht die Kultureinrichtung einen passenden, vierbeinigen Kandidaten. Einstellungskriterien sind eine stattliche Körpergröße, ein entspanntes Gemüt und uneingeschränktes Gehorchen auf Herrchens oder Frauchens Kommando. "Anders als beim Film können wir Szenen nicht wiederholen, weshalb der Hund gut gehorchen sollte", sagt Hallervorden, der zusammen mit den Schauspielern und der Regisseurin Petra Luisa Meyer die Jury stellt. Diese bekommt an diesem Tag viel geboten. So hat der stattliche Berner Sennenhund Pepe zwar die optimale Statur für die Rolle des Fred, beschnuppert aber lieber anteilnahmslos das Inventar, anstatt auf Hauptdarsteller Daniel Morgenroth zu hören. Die knapp sieben Jahre alte Inka hingegen scheint das Leben im Rampenlicht zu gefallen: Genüsslich räkelt sie sich vor den Kameras der Fotografen. Mit dem Bellen auf Kommando und Gehorchen auf Handzeichen kann sie sich jedoch nicht anfreunden. Zwergschnauzer Artur rennt wie von der Tarantel gestochen durch den kleinen Raum. Das ist bei Sunny anders. Der schwarzbraune Hund verhält sich in allen Punkten richtig. Doch wie es im Showbusiness so ist, macht ihm sein Äußeres einen Strich durch die Rechnung. Er ist einfach zu hübsch. "Wir brauchen einen Hund, der verschroben aussieht und dem man zutraut, dass er auch mal richtig aggressiv wird", sagt Regisseurin Meyer. So verlangt es die tierische Rolle von Fred, einem charakterstarken, eigenbrötlerischen Tierheim-Hund. Auf den lebensfrohen, schick gekämmten Rüden Sunny passt dieses Bild gar nicht - obwohl er einst auch aus einem Tierheim geholt wurde. Viele Herrchen und Frauchen wünschen sich, ihren Vierbeiner im Rampenlicht zu sehen. Neben Ruhm und Bühnenerfahrung winkt am Schlosstheater auch eine Gage für die Besitzer. Doch dafür müssen auch einige Strapazen aufgenommen werden. "Nach der Premiere am 18. Februar warten rund 40 Auftritte und Proben verteilt auf fünf Monate", sagt der Pressesprecher des Schlosstheaters, Harald Lachnit. Ausgedehnte Sommerurlaube fallen da flach. Das stört Sabrina Grüneberg nicht. So trabt auch ihr riesiger Boxer Jasper an diesem Tag neben ihr auf die Bühne. Mit den Kommandos klappt es einigermaßen gut und auch mit Hauptdarsteller Morgenroth bandelt das 42 Kilo schwere Tier schnell an. Doch sein Aussehen stellt all das in den Schatten: Stattlich steht er da, an seinem Maul kleben weiße Sabberflecken und sein Blick verrät nicht, ob er seinen Gegenüber mag oder gleich anfallen möchte. "Der sieht aus wie durch den Wolf gedreht", begeistert sich Regisseurin Meyer. Doch bevor die Entscheidung fällt, sind noch einige andere Hunde an der Reihe. "Nach unserem Aufruf zum Casting haben sich über 45 Hundebesitzer gemeldet, aber wir hatten Plätze für knapp die Hälfte", sagt Lachnit. Nur wer am schnellsten auf die Ausschreibung reagierte, durfte vor die Jury treten. Diese ist sich nach drei Stunden einig: Nur Boxer Jasper kann die Rolle des Fred spielen. Hallervorden zeigt sich zufrieden mit der Wahl und scherzt: "Da schauen die Kritiker nur noch auf den Hund und nicht mehr auf die Schauspieler." dapd | |
| News-ID: 156493 | 46 Aufrufe | |
| Der Inhalt namentlich oder durch Kürzel gezeichneter Beiträge gibt die Meinung des Verfassers wider, nicht die der Redaktion. |
| LESEN SIE AUCH: | |
| 29.02 2012 | Hundt bemängelt den Einfluss von Spartengewerkschaften | |
| 26.03 2012 | Auf der Suche nach dem richtigen Leben | |
| 24.04 2012 | Im Netz die Netze auswerfen - Kommentar von Anne Blohm | |
| 21.05 2012 | Beck fordert politische Haltung von ESC-Teilnehmern | |
| 21.05 2012 | Besuch am Feuertempel bei Baku | |
| 21.05 2012 | Roth gegen Dreier-Team für die Bundestagswahl | |
| 21.05 2012 | Resistente Keime in fast allen Schweineställen | |
| 21.05 2012 | Merkel bleibt bei Nein zu Euro-Bonds | |
| 21.05 2012 | Grosse-Brömer wird Altmaiers Nachfolger in Unions-Frak.. | |
| 21.05 2012 | André Heller hält seine Zunge im Zaum |
Tags: Vermischtes Meldung Kultur bln vm Theater Hund Berlin FEA Berlin |
