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POLITIK - MEDIEN
03.03.2010 - 12:03 Uhr
«Dann sind Sie schnell beim Parteienproporz und Parteiendurchgriff»

WAZ-Chef Hombach sieht Gefahren von Staatshilfen für Medien

«Dann sind Sie schnell beim Parteienproporz und Parteiendurchgriff»

Frankfurt am Main (ddp). WAZ-Geschäftsführer Bodo Hombach sieht mögliche Staatshilfen für Medien skeptisch. «Wenn überhaupt, dann müsste eine Form gefunden werden, die absolut sicherstellt, dass Einflussnahmen durch den Staat ausgeschlossen sind. Sonst geht es bei uns allen bald zu wie in den öffentlich-rechtlichen Gremien», sagte Hombach der «Frankfurter Rundschau» (Mittwochausgabe). Wo vom Staat die Rede sei, gehe es in Wahrheit um Bürokratie und Parteien. «Dann sind Sie schnell beim Parteienproporz und Parteiendurchgriff.»

Das tatsächliche Mitgefühl von Politikern für finanziell angeschlagene Medienhäuser sei indes gering, sagte der frühere Kanzleramtschef von Gerhard Schröder: «Der Politiker, der investigative Medien schätzt und ihnen ernsthaft helfen will, ist noch nicht geboren. Wenn er hört, dass es den Medien schlecht geht, zeigt er zwar Interesse, tatsächlich aber erkannte ich zu oft Schadenfreude.» Dieses Spannungsverhältnis sei aber «auch gut so».

Bei der WAZ-Gruppe, die im vergangenen Jahr 300 von 900 Redakteursstellen abgebaut hatte, sei es wichtig, «die technologischen Sprünge genau im Auge zu behalten und sich für alle Optionen zu präparieren, Stichwort Tablet-PC». Dazu beitragen soll auch das seit Monaten vom früheren «Spiegel»-Chefredakteur Stefan Aust entwickelte Wochenmagazin. «Er präsentiert in diesen Tagen eine Online-Plattform, die Pfiff hat», sagte Hombach.

Für die «Bündelung von Magazinen und Bewegtbildkompetenz und auch didaktisch gut gegliedertem Qualitätsjournalismus» sei die Gruppe in Gesprächen mit «strategischen und Finanzpartnern».

(ddp)

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Tags: Politik Meldung Medien Verlage WAZ Hombach Frankfurt am Main

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